Thread: Heß Gedenkmarsch Karlsruhe, 21. August

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    Default Heß Gedenkmarsch Karlsruhe, 21. August

    Zum ersten Mal seit fünf Jahren wollen Neonazis wieder in der Karlsruher Innenstadt aufmarschieren. Anlass ist der Todestag von Rudolf Heß, dem damaligen Stellvertreter Adolf Hitlers. Bis 2005 pilgerten mehrere tausend Neonazis Mitte August regelmäßig ins bayrische Wunsiedel, dem Ort an dem Heß begraben liegt. Erst 2009 fällte das Bundesverfassungsgericht das letztinstanzliche Urteil, um diese "Gedenkmärsche" zu verbieten. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde Karlsruhe als Aufmarschort für den 21. August gewählt.

    Als Veranstalter tritt eine Gruppe unter dem Namen "Freie Kräfte Karlsruhe" auf, die den Aufmarsch auf einer Internetseite sowie Handzetteln und Aufklebern bewirbt. Unterstützung erfährt die Gruppe aus dem Spektrum der "Karlsruher Kameradschaft" dabei von den "Jungen Nationaldemokraten (JN)", der Jugendorganisation der NPD. So soll der baden-württembergische JN-Vorsitzende Lars Gold auf der Veranstaltung sprechen.

    Bereits am 17. August vergangenen Jahres hatte die "Kameradschaft Karlsruhe" zu einem "Flashmob" auf dem Marktplatz vor dem Rathaus aufgerufen, der durch antifaschistische Initiative mit Infoständen und einer kurzfristig einberufenen Versammlung verhindert wurde.

    Tobias Jahnke, Sprecher der Autonomen Antifa Karlsruhe glaubt nicht daran, dass es den Neonazis gelingt durch Karlsruhe zu ziehen: "Der Aufmarsch bezieht sich klar auf Rudolf Heß und versucht seinen Selbstmord im üblichen neonazistischen Geschichtsrevisionismus in Mord umzudeuten. In den vergangenen Jahren wurden alle Neonazi-Aufmärsche zu dieser Thematik von den jeweiligen Kommunen verboten." Doch selbst wenn die Stadt Karlsruhe diesen Aufmarsch genehmigen würde, kündigt Jahnke entschlossenen antifaschistischen Widerstand an: "Wir werden nicht dulden, dass Neonazis ihre menschenverachtende Ideologie in Karlsruhe verbreiten. Für uns gilt weiter die Losung: Kein Fußbreit den Faschisten."

    Trotz einiger Anmeldeversuche in Karlsruhe und Ettlingen ist es Neonazis seit 2002 nicht mehr gelungen, durch die Stadt zu marschieren.


    Hintergrund


    Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

    Der Rudolf-Heß-Gedenkmarsch war eine Propagandaveranstaltung der deutschen Neonazi-Szene mit internationaler Beteiligung, die seit 1988 jeweils um den 17. August durchgeführt wurde. Anlass der Veranstaltung ist der Todestag von Rudolf Heß, der von Rechtsextremisten als Märtyrer des Nationalsozialismus angesehen wird. An den Demonstrationen, die zumeist an seinem Begräbnisort Wunsiedel stattfanden, nahmen z.T. mehrere tausend Neonazis aus ganz Europa teil.


    Nazi-Aufmärsche in Karlsruhe

    Die letzte gelungene Demonstration von Neonazis fand am 15. Juni 2002 statt, als 400 Neonazis unter starken antifaschistischen Protest vor Hauptbahnhof aufmarschierten. Im September und Dezember 2003 sowie im März 2004 scheiterte der Hamburger Neonazi-Führer Christian Worch mit seinen Anmeldeversuchen in Karlsruhe. Am 03. Dezember 2005 musste die Demonstration der Neonazis zwar von der Stadt genehmigt werden, die Rechten konnten aber durch antifaschistische Proteste auf ihrer Anreise von Rastatt aufgehalten werden, so dass sie nicht mehr marschieren konnten. Im Dezember 2006 und Dezember 2007 versuchten regionale Neonazis in Ettlingen aufzumarschieren, ihr Anmeldeversuch scheiterte aber. Am 08. Mai 2007 fand die letzte angemeldete rechte Kundgebung in Karlsruhe statt, als sich ausgerechnet am "Tag der Befreiung" 50 Neonazis am Durlacher Turmberg versammelten.


    Karlsruher Kameradschaft / Karlsruher Netzwerk

    Das Karlsruher Netzwerk sieht sich in der Tradition der "Karlsruher Kameradschaft", eine der bundesweit ältesten und bedeutendsten Kameradschaften. Diese war nach jahrelanger Aktivität fast vollständig von der Bildfläche verschwunden und wird nun zunehmend von einer jungen Neonazigeneration ersetzt, die sich in ihrem Auftreten stark an den "Autonomen Nationalisten" orientieren. Zwar erreichen sie im Bezug auf ihre Aktivitäten bei weitem nicht die Stärke der ehemaligen Karlsruher Kameradschaft, treten aber dennoch besonders gewalttätig bei Demonstrationen und Angriffen auf Veranstaltungen in Baden Württemberg auf. Bei einem Angriff auf TeilnehmerInnen einer Infoveranstaltung über Rechtsextremismus in Aalen etwa waren Mitglieder des Karlsruher Netzwerkes wie Kai Heller maßgeblich beteiligt.
    Bei dem Versuch der Etablierung eines NPD Zentrums in Karlsruhe-Durlach tat sich das Karlsruher Netzwerk vor allem damit hervor politische GegnerInnen einzuschüchtern.

    https://linksunten.indymedia.org/de/node/23823
  2. #2
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    Post Nazistopp

    Hi!

    Originally Posted by Chammer
    Am 03. Dezember 2005 musste die Demonstration der Neonazis zwar von der Stadt genehmigt werden, die Rechten konnten aber durch antifaschistische Proteste auf ihrer Anreise von Rastatt aufgehalten werden, so dass sie nicht mehr marschieren konnten.
    So ein "Totalerfolg" ist uns am 1.5.2009 in Mainz ebenfalls gelungen.

    Aber Vorsicht! Die Gemeinden ändern ihre Strategien!

    So ist es den Organisatoren der Rechten mit Unterstützung der Stadt Wiesbaden am 8.5.2010 gelungen, zwar nicht in Wiesbaden direkt, aber dafür sicher und mit riesigem Polizeischutz in Wiesbaden-Erbenheim zu demonstrieren.

    Stolpersteine geschändet

    Der Kampf gegen Nazis geht logischerweise weiter, als wissenschaftlicher Linker sollte man aber irgendwann verstehen, dass Demokratie und Faschismus lediglich zwei verschiedene Spielarten des Kapitalismus sind, die ihre Ursachen nicht in irgendwelchem willkürlichen Spielraum von Politikern haben!

    Lediglich knallharte ökonomische Randbedingungen bestimmen welche Herrschaftsform die Bourgeoisie wählt!

    Bricht die Demokratie irgendwann zusammen, die nichts anderes ist als die materielle Korruption bewusstseinsarmer Massen, die man an der enthemmten Ausbeutung der Welt beteilgt, wird wieder Diktatur kommen. Was sonst.

    Demokratie ist die Daseinsweise des Pantheismus, also die Ausübung einer Religion.

    Viele Grüsse
    Last edited by Philzer; 6th August 2010 at 09:50.
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    truth is a process
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    thanks to Basti

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